Hauptsitz und zukünftig neuer Campus in Schwerin
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Das Baltic College hat seit Oktober 2010 seinen Hauptsitz in Schwerin. Seitdem hat die Hochschulverwaltung im historischen Rektorenhaus direkt am Pfaffenteich ihren Platz. Die Studierenden sind aktuell auf dem historischen Campus im so genannten Schulnebengebäude zu Hause und sollen direkt nach Fertigstellung in das nebenan stehenden Alten Fridericianums umziehen. Die Fertigstellung des Hauptgebäudes ist nach Aussage des Bauherren, der Stadt Schwerin, für Ende 2013 geplant.
Schwerin ist die Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns und idyllisch gelegen inmitten von Seen und Wäldern. Das prächtige weiß-goldene Schloss und die historische Altstadt bestimmen das Stadtbild. Schwerin hat ein ausgeprägtes Kulturangebot und bietet jede Menge Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Außerdem wächst die lebendige Kneipenszene ständig. Den aktuell heißesten Tipp erfahren Sie garantiert von einem älteren Semester…
„Altes Fridericianum“ - Ein Ort voller Geschichte
1553 wurde eine humanistische Bildungsstätte durch Herzog Johann Albrecht I. nach dem Vorbild der sächsischen Fürstenschule in Meißen gegründet. Ihr geistiger Vater war Andreas Mylius (1527–1594), der das Modell der sächsischen Fürstenschule in Meißen kopierte. Herzog Ulrich errichtete 1565 eine neue „Stiftsschule“ im Dom und wollte die Fürstenschule schließen lassen. Der Widerstand dagegen führt 1576 zu einer Vereinigung beider Schulen unter dem neuen Namen „Domschule“. Die Schulräume befanden sich im Kreuzgang des Domes.
1818 wurde die alte Domschule zum Gymnasium Fridericianum erhoben. 1818 wurde die Domschule in das Gymnasium Fridericianum umbenannt. Der Name sollte auf die landesväterliche Fürsorge des Großherzogs Friedrich Franz I. hinweisen. Johann August Görenz (1767–1836) leitete die Schule von 1817 bis 1833. Er wandelte die Schule in ein „modernes humanistisches Gymnasium“. Zwar behielt die Kirche ihr Mitbestimmungsrecht, doch veränderte sich das Selbstverständnis und die Schule wurde immer mehr als eine staatliche Einrichtung verstanden. 1827 unterrichteten zwölf Lehrkräfte ca. 300 Schüler. Sieben Jahre dauerte die Schulzeit.
Unter Hermann Willebrand und Carl Luckow erfolgte in den Jahren 1868-1870 der Neubau des Gymnasiums Fridericianum. Dieser wurde von Friedrich Franz II. in Auftrag gegeben. 1870 wurde der Neubau bezogen. Das Schulhauptgebäude ist ein streng symmetrisch angelegter zweigeschossiger 13-achsiger Ziegelsteinbau. An der Giebelseite befindet sich das Rektorenhaus. Stilistisch steht das Gebäude des Gymnasiums Fridericianum in der Tradition des Schweriner Schlossbaues und des Fürstenhofes in Wismar.
Terrakottaschmuck in Stilformen des 16. Jahrhunderts: Durch Porträts der Herzöge Johann Albrecht I. und Ulrichs (Gründer der Fürsten- und Domschule) sowie Luthers und Melachthons wird an die Gründerzeit der humanistischen Schule erinnert.
Reformator Philipp Melanchthon, Freund Luthers und bedeutendste Griechischprofessor seiner Zeit, dessen 400tes Todesjahr die Protestanten in diesem Jahr gedenken. Bis heute bedeutend, weil er in Deutschland begonnen hatte, ein umgreifendes Schul- und Bildungswesen aufzubauen. 1526 organisierte er das erste Gymnasium in Nürnberg auf deutschem Boden, erließ Ausbildungsordnungen für Pfarrer und trat für Unterricht an Mädchen ein. „Lesen, lesen, lesen!“, das war sein Schlachtruf.
Nach 1945, nach Umbenennung der Straße in August-Bebel-Straße, wurde auch die Schule nach Bebel benannt. Im 17./18. Jhd. befand sich auf dem Grundstück der Fridericianums der Apothekergarten der Stadt. Vor dem Gymnasium steht auf der Terrasse am Pfaffenteich seit 1885 die Büste Heinrich Schliemanns von Hugo Berwald.
Trotz der Ufermauern am Pfaffenteich warf man in der Vergangenheit viel Unrat und Müll ins Wasser. Erst als man 1859 mit Hilfe eines Rostocker Baggers eine Generalreinigung vornahm, wurde es besser. Pfaffenteich als Verkehrshindernis bis heute. Man half dem notdürftig durch eine Ruderfähre ab. 1902 plante man sogar eine Brücke quer über das Gewässer, die zum Glück keine Wirklichkeit wurde, aber die Gemüter doch in heftige Erregung versetzte.
Aktuell wurden nun Fußböden, Fenster, Innentüren, Deckenbordüren und die Holztreppe nach historischem Vorbild restauriert oder erneuert, die Außenfassade wurde schonend gereinigt. Die Gebäudesanierung wurde geplant vom Architekturbüro Brenncke; mit den Baugewerken wurden überwiegend Handwerksunternehmen aus der Region beauftragt.
Die Kosten für die Modernisierung und Instandsetzung des ehemaligen Rektorenhauses betragen rund eine Million Euro. Die Sanierung wurde mit Mitteln der Städtebauförderung umgesetzt. Nach über einem Jahr sind die umfangreichen Sanierungsarbeiten am ehemaligen Rektorenhaus im Alten Fridericianum abgeschlossen.

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